Wissenschaft
Wissenschaft
Nun wollen wir untersuchen, ob die Wissenschaft uns das liefern kann, was wir brauchen. Wissenschaft bedeutet: Geordnete Sammlung von Wissen, entstanden durch empirische Mittel wie Beobachtung und Experiment.3
Die Wichtigkeit dieses Wissens und der Methoden, die zu seiner Beschaffung benutzt werden, dürfen wir nicht unterschätzen. Ihr Wert und ihr Nutzen sind enorm. Aber seine Grenzen zu ignorieren und ihm ein Betätigungsfeld zuzuweisen, das ihm nicht zukommt, hieße dem wahren Gebiet der Wissenschaft Gewalt anzutun. Das wäre nicht der Weg zum Wissen, sondern ein Produkt der Unkenntnis.
Wer einen auch noch so geringen Einblick in das Wesen des menschlichen Wissens besitzt, wird nicht zögern, einzugestehen, daß die Wissenschaft kaum in der Lage sein kann, das Geheimnis um die Letzten Dinge im Leben zu entschleiern. Der Grund liegt darin, daß der Mensch nicht die Mittel besitzt,
3 Sir Arther Tomson beschreibt die Wissenschaft folgendermaßen: „Wissenschaft ist das kritisch erarbeitete Korpus empirischen Wissens, das in den zur jeweiligen Zeit einfachsten und knappsten Termini feststellt, was beobachtet und experimentell nutzbar gemacht werden kann, und das Gleichmäßigkeiten bei Veränderungen zu Formeln summiert, die wir Gesetze nennen und die von allen, die die Methoden beherrschen, auf ihre Richtigkeit geprüft werden können.“
Die Encyclopaedia Britannica sagt: „Wissenschaft kann definiert werden als geordnetes Wissen über Naturphänomene und deren Beziehungen.“ (Der Herausgeber der englischen Ausgabe.)
um sich der letztgültigen Wahrheit zu nähern. Genauso wenig kann er die Dinge, die er observiert und mit denen er experimentiert, direkt beobachten oder daraus Schlüsse ziehen, um sich über die Letzten Dinge im Leben eine Meinung zu bilden, die man zu Recht mit dem Wort Wissen benennen könnte.
Infolgedessen liegen die grundsätzlichen Probleme, deren Lösung eine unerläßliche Voraussetzung für den Aufbau der rechten Lebensweise ist, jenseits des Spielraums der Wissenschaft. Ist es daher sinnvoll, ihr die Aufgabe anzuvertrauen, moralische Werte festzulegen, Richtlinien sozialen und kulturellen Lebens aufzuzeigen und dem menschlichen Verhalten Grenzen und Einschränkungen vorzuschreiben?
Wir werden vorläufig die Frage außer acht lassen, ob eine bestimmte Person, eine Gruppe, ein bestimmtes Zeitalter genug Wissen besitzen kann, um eine solche Aufgabe zu erfüllen. Was wir untersuchen wollen, ist, unter welchen Bedingungen sie systematisch gelöst werden kann.
Zunächst ist die Kenntnis aller Naturgesetze erforderlich, unter denen der Mensch auf diesem Planeten lebt. Zweitens müssen alle Wissenschaften, die mit dem menschlichen Leben selbst in Beziehung stehen, vervollkommnet werden. Drittens ist eine Synthese aller dieser Arten von Wissen, also der
Natur- und Humanwissenschaften, durch einen Verstand vonnöten, der vollkommen, objektiv und allwissend sein muß. Ausgestattet mit diesen Kenntnissen und Informationen kann solch ein Verstand Werte, kulturelle Prinzipien und einschränkende Einflüsse vorschlagen, indem er dieses Wissen korrekt ordnet und daraus die richtigen Schlüsse zieht. Diese Bedingungen wurden bis jetzt noch nicht erfüllt, und es besteht keine Hoffnung, daß das in den nächsten 5000 Jahren geschehen wird. Falls das doch geschehen sollte, zum Beispiel wenn die Menschheit die Grenzen des Jüngsten Tages erreicht hat, was hätten dann die anderen davon?
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