Die Rettung

10Nov07

Die Rettung

Ich hoffe, ich habe mich in den kurzen Beobachtungen, die ich angestellt habe, keiner logischen Widersprüche schuldig gemacht. Ich glaube auch nicht, daß die Sachlichkeit meiner Darlegungen in Frage gestellt werden kann. Wenn die Analyse der den Menschen zur Verfügung stehenden Mittel, die ich soeben versucht habe darzustellen, richtig ist, können wir der Schlußfolgerung nicht entgehen, daß der Mensch selbst bestenfalls ein unreifes und mangelhaftes System erarbeiten kann, das lediglich einer bestimmten Region für eine sehr begrenzte Dauer nützen kann. Aber wenn er danach strebt, ad-Din zu finden, so liegt diese Aufgabe voll und ganz jenseits seiner Mittel und Fähigkeiten. So war es in der Vergangenheit, so ist es heute, und auch für die Zukunft kann niemand auf irgendeine Veränderung hoffen. Wenn nun kein Gott existiert, um uns recht zu leiten, wie die Atheisten gerne annehmen, dann ist die Menschheit ganz und gar verloren. Dann ist es sinnlos, weiterzumachen, und es wäre besser, Selbstmord zu begehen. Die Situation wäre wie die eines einsamen Wanderers, der den Weg nicht kennt, und für den es keine Führung gibt, nicht die geringste Möglichkeit, zu erfahren, wo sein Ziel liegt und welchen Weg er einschlagen muß. Er ist zu Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit verdammt.
Wenn andererseits zwar ein Gott existiert, uns jedoch keinerlei Leitung zukommen läßt, wie einige Atheisten gern behaupten, stehen die Dinge nur um so schlechter. Wir sollten uns wirklich Gedanken machen über die Phänomene der Schöpfung um uns herum. Sehen wir denn nicht, daß der Schöpfer für alle erdenklichen Bedürfnisse und Notwendigkeiten vorgesorgt hat, die für die Erhaltung, das Wachstum und die Entwicklung all dessen, was Er auf der Erde schuf, vonnöten sind? Wie ist es dann denkbar, daß Er in seiner ganzen Schöpfung ausgerechnet für den wichtigsten Punkt im Leben des Menschen keine Vorsorge getroffen hätte? Wie hätte er nicht erkennen können, daß das Leben des gesamten Menschengeschlechts sinnlos wäre und in die Irre führen würde, wenn es keine Rechtleitung gäbe? Fehlt so ein Licht, wird das Leben zur Last, zu einem Elend von unbeschreiblichem Ausmaß. Warum soll man noch das Unglück der Bedürftigen beklagen, derer, die in Armut leben, der Verletzten und Unheilbaren, der Unterdrückten und Getretenen – besser wäre es, gleich das Los der gesamten Menschheit zu bedauern, die verlassen und hilflos ist, die immer wieder nutzlose Versuche zusammenpfuscht, die fehlgeht, fällt, und sich nur wieder aufrafft, um erneut zu fallen. Trotz aller Versuche, ein ausbalanciertes System zu finden, stürzen sich ganze Länder und Nationen ins Unglück. Die Ärmsten kennen nicht einmal Zweck und Sinn des Lebens; weder das Ziel, das sie anstreben müssen, noch auch das Ende der ganzen Suche. Obwohl der Eine, der uns schuf, doch gewiß all unsere Schwächen und Grenzen kennt, wird die Ansicht vertreten, Er sei nur ein schweigender Zuschauer, der nur erschafft, aber sich nicht bemüht, seine Geschöpfe zu leiten und zu erleuchten.
Im Gegensatz zu dieser Behauptung zeigt uns der Koran eine völlig andere Sicht der Dinge. Nach seiner Lehre ist Gott nicht nur der Schöpfer, sondern auch derjenige, der uns recht leitet. Allem, was Er schuf, gab Er das Licht und die Leitung, die den jeweiligen Ansprüchen und Bedürfnissen am gemäßesten und angemessensten sind. Der Koran sagt:
Er sagte:“ Unser Herr ist Der, Der jedem Ding seine Schöpfungsart gab, alsdann es zu seiner Bestimmung führte. „(Koran, 20:50)
Wenn Sie das nachprüfen wollen, brauchen Sie nur irgendeine Ameise, Spinne oder Fliege zu beobachten. Auch uns Menschen bietet Er seine Führung an. Die richtige Lebensweise für den Menschen liegt deshalb darin, seine eigene Arroganz aufzugeben und sich Ihm hinzugeben und zu unterwerfen, um gemäß dem vollständigen und allumfassenden Lebensweg zu leben – ad-Din, den Er in seiner unendlichen Gnade den Menschen durch seine Gesandten verkündet hat.
Wir sollten nun in der Lage sein, die Situation, in der wir uns befinden, richtig einzuschätzen. Wir haben bereits die Kräfte und Fähigkeiten des Menschen sondiert, und eine nüchterne Untersuchung aller seiner Eigenschaften und Begabungen führt uns zu dem Schluß, daß sie völlig unzureichend sind, ad-Din für die Menschheit bereitzustellen. Wir haben auch den Anspruch des Koran in dieser Hinsicht kennengelernt. Und es scheint, daß es nun keine andere Möglichkeit gibt, als die Behauptung des Koran zu akzeptieren, wenn wir uns nicht dazu entschließen, im Dunkeln zu tappen und äußerster Enttäuschung und Verzweiflung zum Opfer zu fallen. Nun ist es aber keinesfalls so, daß es mehrere Wege gäbe, ad-Din zu erreichen, so daß wir uns nach Belieben irgendeinen aussuchen könnten. Die Wahrheit ist vielmehr: Es existiert nur eine Quelle, aus der wir ad-Din erhalten können, und die Frage nach einer Wahl ist gleichbedeutend mit der Wahl zwischen der Rechtleitung durch diese eine Quelle oder dem Durcheinander der Finsternis. Die vorangegangene Untersuchung führt uns zu dem Schluß, daß es zu unserem eigenen Besten ist, wenn wir den Anspruch des Koran akzeptieren. In der Tat gibt es überhaupt keine Alternative: Wenn wir an unserem Wohlergehen interessiert sind, müssen wir uns ergeben und so handeln, wie es der Koran von uns fordert. Einen anderen Weg gibt es einfach nicht. Und doch ist die Haltung des Koran in dieser Hinsicht sehr großzügig. Er verlangt nicht einfach
blinden Gehorsam (obwohl er es könnte, da er ohne Alternativen ist), sondern versucht, unseren Verstand zu überzeugen und uns durch rationale Argumentation dahin zu bringen, die Weisheit, die in ihm heat, zu erkennen. Das Buch Gottes will nicht, daß wir seine Forderungen anerkennen, ohne unsere Vernunft daran zu wenden. Vielmehr ist sein Vorsehen äußerst rational; er appelliert an unsere Fähigkeiten, zu denken und vernünftig zu urteilen. Nach dem Willen des Koran soll der in ihm dargelegte Standpunkt aufgrund der ihm eigenen Vorzüge freiwillig und freudig angenommen werden. Die vier wichtigsten und schwerwiegendsten der vielen Argumente, die der Koran anführt, sind:
1. Der Islam ist die einzige wahre Lebensweise für den Menschen, denn er allein entspricht dem Wesen der Realität. Jede andere Haltung ist falsch.
„Also nach etwas anderem als der Religion Allahs streben sie? Und Ihm hat sich friedenmachend ergeben, wer in den Himmeln und auf der Erde ist, gehorsam oder widerwillig und zu Ihm werden sie zurückgebracht.“ (Koran, 3:83)
2. Dies ist die einzige wahre Lebensweise, weil nur
4 Die Übersetzungen des Korans sind meist entnommen aus Der Koran, die Heilige Schrift des Islam in deutscher Übertragung, A. v Denffer, München 1997
sie allein richtig ist und daher kein anderer Weg wirklich korrekt genannt werden kann.
,Euer Herr ist ja Allah, der die Himmel und die Erde geschaffen hat, in sechs Tagen, dann hat er den Thron eingenommen, Er läßt die Nacht die Tageszeit einhüllen, sie sucht sie hurtig, und die Sonne und den Mond und die Sterne, Seinem Auftrag untergeben. Ist nicht Sein die Schöpfung und der Auftrag? Segensreich ist Allah, der Herr der Welten.“ (Koran, 7:54)
3. Nur diese Geisteshaltung ist richtig für den Menschen, denn nur Gott besitzt wahre Kenntnis der gesamten Wirklichkeit und Er allein kann uns unfehlbar rechtleiten.
„Siehe Allah – nichts ist Ihm verborgen auf Erden und nichts im Himmel.“ (Koran, 3:5)
,Er weiß, was vor ihnen ist und was hinter ihnen, und nicht erfassen sie etwas von Seinem Wissen, außer was Er will.“ (Koran, 2:255)
„Sprich: ‘Die Rechtleitung Allahs, sie ist die Rechtleitung!„‘ (Koran, 2:120)
4. Dies allein ist der richtige Weg für den Menschen, weil ohne ihn keine Gerechtigkeit möglich ist. Welchen anderen Kurs der Mensch auch immer einschlägt, er wird unweigerlich in Ungerechtigkeit nach sich ziehen.
und wer die Grenzen Allahs überschreitet, so hat er sich schon selbst Unrecht angetan. „
(Koran, 65:1)
Und wer nicht richtet nach dem, was Allah ‘hinabgesandt hat – das sind Glaubensverweigerer.“ (Koran, 5:44)



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